[nk] Alle Welt spricht von Big Data –  aber was ist das? Wie der Name schon fast verraten könnte, versteht man unter diesem Begriff nichts anderes als Massendaten. Doch warum sind diese so interessant?

Ganz einfach: Sie beinhalten Informationen, die man analysieren und auf deren Grundlage man Vorhersagen treffen kann. Natürlich wurden schon immer Daten analysiert. Schaut man sich jedoch an, wie viele Daten wir alle produzieren, wie die Masse sich in den letzten Jahren erhöht hat und wie sie sich immer weiter erhöht, wird schnell klar, dass das Datenvolumen um ein Vielfaches ansteigen wird.

datenmenge

Fast alles generiert heute Daten – personenbezogene oder anonyme. Sei es das Auto, mit dem wir fahren, die Handy-Position, jeder Klick im Internet, das Tragen einer Smartwatch usw. All das generiert Daten. Und zwar eine Datenmasse, die mit herkömmlichen Datenverarbeitungsmethoden nicht mehr auszuwerten ist. Sie ist zu groß, zu vielfältig und ändert sich viel zu schnell. Big Data Technologien jedoch ermöglichen es, genau diese Datenmassen auszuwerten. Diese Technologie wird schon in vielen Bereichen eingesetzt.

Beispielsweise konnten durch das Auswerten von Tweets Grippewellen in den USA vorausgesagt werden – und das bereits 2 Wochen bevor die Gesundheitsbehörde diese registrierte. Der Vorteil: Die Grippemittelproduktion konnte durch diese Informationen früher gestartet werden, sodass ausreichend Medikamente vorhanden waren (zum YouTube Video „Big Data“/Telekom).

Sogar das Wahlkampf-Team des amerikanischen Präsidenten Barack Obama nutzte die Datenanalysetechnik für den Wahlkampf im Jahr 2012. Das Ziel: mit kleinstmöglichen Mitteln die höchste Erfolgswahrscheinlichkeit erreichen.

Auch interessant ist der Einsatz von Big Data bei Predictive Policing. Hier wird versucht, Straftaten durch Analysen und Berechnungen mit Hilfe von Programmen wie Precobs (Abk. „Pre Crime Observation System“) vorherzusagen. Auch in Deutschland werden seit 2014 erstmals solche Programme mit in die Polizeiarbeit eingebunden. Ob und inwiefern Straftaten dadurch verhindert oder deren Anzahl gesenkt werden kann, lässt sich (laut einem Artikel der ZEIT) aktuell jedoch noch nicht sagen.

Natürlich hat Big Data nicht nur Vorteile – viele Datenschützer bemängeln das Anhäufen, Speichern und Auswerten von diesen riesigen Datenmassen. Analysiert man personenbezogene Daten, könnten zum Beispiel Autoversicherungen einen höheren Beitrag von denjenigen verlangen, die sich gerne bei Motorsportevents aufhalten. Krankenkassen können genau überprüfen, ob wir uns viel bewegen oder eher ein Couch Potato sind.

Das alles sind jedoch noch Zukunftsszenarien, da in Deutschland Datenschutz groß geschrieben wird. Solange der personenbezogenen Datenverarbeitung nicht zugestimmt wird, müssen sie ein Anonymisierungsverfahren durchlaufen. Aber auch hier haben Datenschützer ihre Bedenken, da Big Data Technologien mit den richtigen Daten aus nicht vollständig anonymen Daten wieder personifizierte Daten erzeugen können wie man auch hier lesen kann.

Daten sind jetzt schon Rohstoffe, die immer mehr an Wert gewinnen. Die Herausforderung wird daher sein, die Vorteile von Big Data zu nutzen ohne den Datenschutz zu verletzen.

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