[bw] Das ist hier die Frage. Dabei stellt sie sich meistens gar nicht. Denn wenn es kein Produkt zum Fotografieren gibt oder der Aufwand für ein Shooting in keinem wirtschaftlichen Verhältnis steht, bleibt nur das Rendern.

Klar ist, ein gutes Foto ist einem Rendering in Brillanz und Authentizität noch immer überlegen. Die kleinen „Macken“ im Foto machen ein Objekt erst lebendig, lassen das Licht brechen und machen es sympathisch. Deshalb liegt die Schwierigkeit bei einem guten Rendering nicht in der Perfektion sondern darin, dem Virtuellen Macken zu geben und es zum Leben zu erwecken.

In der Vorbereitung – sei es Fotoshooting oder computergeneriertes Bild – ist die Vorgehensweise zunächst gleich: Es wird ein Konzept entwickelt und Skizzen angefertigt, um Fotograf oder 3D-Artist zu vermitteln, wie das gewünschte Ergebnis aussehen soll. Doch dann trennen sich die Wege …

Die Umsetzung
Soll beispielsweise ein Produkt-Shooting gemacht werden, ist das gegenüber dem Prozess eines Renderings ein enormer Aufwand, der schon bei den Vorbereitungen anfängt. Nehmen wir ein Industrieprodukt – z. B. eine Maschine. Will man sie im realen Umfeld abbilden, so muss dieses erst so arrangiert werden, dass es „fotografierbar“ wird. Die Halle muss hergerichtet werden, die Maschine gesäubert und eventuell sogar die Produktion unterbrochen werden. Der andere Weg: Ab ins Fotostudio. Aber das ist meist leichter gesagt als getan. Hier wäre ein Transport der Maschine notwendig, je nach Größe sehr aufwändig, und auch im Studio gibt es einige Vorbereitungen, die getroffen werden müssen: Ab- und Wiederaufbau der Maschine, Positionierung, Beleuchtung und so weiter.

Der Vorteil beim Rendering: Natürlich müssen auch hier etliche Einstellungen vorgenommen werden, um das Produkt so real und ästhetisch wie möglich darzustellen. Hier kommt es auch auf Perspektive, die richtige Lichtsetzung und die gewählten Texturen an. Jedoch entfallen Dinge wie ein möglicher Produktionsstopp, Transport, das Mieten eines Fotografen und dessen Studio, so wie viele weitere Kleinigkeiten, die für ein „echtes“ Foto notwendig und somit auch mit hohen Kosten verbunden wären.

fri150415600Wer würde auf diesem Rendering den Lüfter und die Seitenwand halten, bis das „echte“ Foto im Kasten ist? Ganz abgesehen von demjenigen, der diese komplette Reihe auf Hochglanz bringen müsste …

Die Qualität
In Sachen Qualität ist die Technik mittlerweile sehr weit. Laien und meist auch „Menschen vom Fach“ können ein Rendering nicht mehr auf den ersten (vielleicht auch nicht auf den zweiten und dritten) Blick vom Foto unterscheiden. Hier sind es meist kleine Details, die ein Rendering enttarnen. Nicht zuletzt, weil sie manchmal einfach zu perfekt daherkommen. Es ist eine Kunst für sich, den Charme eines realen Fotos zu erzielen.

Die Flexibilität
Das Shooting ist vorbei, die Bilder im Kasten und jetzt nur noch die Retusche – oder? Dann fällt einem vielleicht auf: Eine andere Perspektive, eine andere Farbe oder ein Querschnitt vom Produkt wären doch auch ganz nett? Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Alles von vorne oder aufwändige und zeitraubende Retuschen.

Anders beim Rendering. Sind die Daten des Produkts einmal vorbereitet, hat man hier alle Möglichkeiten das Aussehen des Produkts zu variieren: Perspektive, Licht, Reflektionen, Textur, Farbe – man könnte ewig weitermachen – all das kann im Nachhinein noch werden, sollte man sich noch einmal umentscheiden.

fco10010_farbeOder wieviel Zeit, Geld und Arbeitskräfte müsste man investieren, um diesen Raum „mal eben“ für ein neues Foto umzufliesen?

Wir finden: Das Rendering ist heute nicht mehr bloß Ersatz für das Foto. Denn mal abgesehen vom vergleichsweise geringen Aufwand, den niedrigeren Kosten und seiner Flexibilität im Vergleich zum herkömmlichen Foto, gelingt es hiermit sogar Dinge bzw. Produkte zu zeigen, die noch nicht einmal existieren – wie sollte man sonst geplante architektonische Werke oder den neuesten Prototypen eines Autos zeigen können, wenn diese noch gar nicht gebaut worden sind? Fakt ist: Wir lieben Renderings. Im Hinterkopf sollte aber immer das „gute alte“ Foto und sein Charme sein – Bilder müssen leben.

Übrigens: Auch wir bei GM-W haben vor 10 Jahren mal klein angefangen:aktuelles-header-10-jahre-3d

Was 2005 noch eine Einzelplatzlösung war, ist heute eine eigene 3D-Abteilung mit fünf 3D-Artists und einer Renderfarm mit 24 Renderservern. Mit „unserer kleinen Farm“ wächst sowohl die Quantität der Projekte als auch die Qualität der Ergebnisse – darauf sind wir stolz.

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