[mu] Nein, man kann nicht „mal schnell“ ein Logo entwerfen! Denn dazu gehört viel mehr als nur Formen, Buchstaben und Farben zusammenzuwürfeln. Es braucht Recherche, Konzept und Kreativität, denn ein Logo ist Botschafter und repräsentiert die Marke . Bevor man sich mit dem Design befasst, sollten folgende Fragen beantwortet sein:

  • Für was steht die Marke?
  • Wer ist die Zielgruppe?
  • Welche Botschaft soll das Logo vermitteln?

Alles, was einem jetzt in den Kopf schießt, wird aufgeschrieben oder skizziert. Dann heißt es recherchieren. Wie sehen die Logos in der Branche aus? Welche Farben, Formen, Schriften werden verwendet? Man verschafft sich also erstmal einen groben Überblick. Das Ziel ist hier natürlich nicht das Kopieren von Logos der Konkurrenz. Es geht darum, sich inspirieren zu lassen, am Ende aber ein Logo zu entwerfen, was eben nicht so aussieht wie alle anderen. Es soll sich abheben und einzigartig sein. Denn kein Mensch braucht das siebenhundertdreiundachtzigste Friseur-Logo mit einer plumpen Schere, weil es in der Masse untergeht.

logos_friseur
Es geht auch anders: Warum nicht mal eine Krone aus Scheren? Wenn es sich anbietet, den eigenen Namen als Symbol? Oder eine Kombi mit Bart? Die Designer dieser Logos haben ihnen das gewisse Etwas verliehen.

Eine Formel für „das perfekte Logo“ gibt es nicht, aber zumindest diese hier sollte man beim Entstehungsprozess im Hinterkopf haben: KISS – Keep it short and stupid, also: Mach’s so einfach wie möglich! Egal ob Bildmarke, Wortmarke oder eine Kombination aus beidem: Man sollte weder zu viele Elemente und Farben noch zu viele Schriftarten oder zu viel Text in ein Logo packen. Oder wie ein nicht ganz so unbekannter Grafikdesigner und Typograf mal gesagt hat:

 

„Ein Logo ist dann gut, wenn man es mit dem großen Zeh in den Sand kratzen kann.“
Kurt Weidemann (* 1922; † 2011)

 

Bei der Farbwahl muss man sich wieder die Frage stellen: Was bzw. welches Gefühl soll das Logo vermitteln? Farben bedeuten Emotionen und jede Farbe hat ihre ganz eigene Wirkung. Gelb ist optimistisch und klar, Orange freundlich und heiter, Blau erscheint vertrauensvoll und zuverlässig, Grün friedlich und belebend, Rottöne haben etwas Starkes und Leidenschaftliches, Rosa dagegen wirkt eher „mädchenhaft“ und unschuldig.

logos_farben
Bei diesen Logos passt’s: Die jeweiligen Farben unterstützen jedes einzelne in seiner Wirkung. Ein rosafarbenes Logo für ein Fitnessstudio, dessen Zielgruppe harte muskelbepackte Kerle sind, wäre zum Beispiel eher suboptimal. 😉

Apropos Muskelprotze: Logos sollten nie zu filigran sein, damit sie problemlos überall einsetzbar sind. Bei Logos mit komplizierten Formen oder gerade auch bei Schriften, die sehr schnörkelig und fein sind, wird der Einsatz auf kleineren Medien (Visitenkarte, Stempel, Kugelschreiber, etc.) schwierig.

Eine eigens entworfene Schrift für das Logo (wie z. B. bei der Deutschen Telekom) ist natürlich das i-Tüpfelchen, welches es einzigartig macht. In diesem Fall hat man auch nicht das Problem, dass sie irgendwann aus der Mode kommt. Denn Trend-Schriften sind, wie der Name schon sagt, eben nur eine gewisse Zeit lang angesagt. Ebbt der Trend ab, wirkt das Logo irgendwann veraltet. Oder überkommt Euch beim Anbklick eines Logos mit Comic Sans das Gefühl von Innovation und Modernität? 😉

Facebook verwendete für seinen Schriftzug beispielsweise zunächst die Klavika (links), entschied sich aber 2015 dazu, diesen zu überarbeiten und entwickelte hierfür eine eigene Schrift (rechts).

Steht das Logo-Design schließlich, sollten die einzelnen Elemente ein harmonisches Gesamtbild ergeben. Und das muss auf Herz und Nieren geprüft und optimiert werden. Ein entscheidender Punkt, wie oben schon kurz erwähnt, ist die Einsetzbarkeit. Denn geht es darum, ist ein Logo wie eine eitle Dame – es will überall gut aussehen: Auf verschiedensten Printmedien, Websites, Produkten, Leuchtreklamen und Fassaden oder auch negativ und in Schwarz-Weiß und das in den unterschiedlichsten Größen. Das sind eine ganze Menge Kriterien, aber diese sollte ein Logo bestmöglich erfüllen, so dass von seiner Wirkung nichts verloren geht.

logos_bspOb Wort- und/oder Bildmarke – die ganz Großen zeigen wie man es richtig anstellt: Sie sind einprägsam und unverwechselbar. Auch wenn manche Logos noch so simpel aussehen, steckt darin viel Arbeit, Zeit und vermutlich der Schweiß eines ganzen Design-Teams, die eben nicht „mal schnell“ was rausgehauen haben … 😉

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