[uh] Überall begegnet man ihm: auf Werbetafeln, in Zeitungen, Anzeigen, im Internet. Er ist sozusagen allgegenwärtig – und doch meist falsch angewendet. Es ist die Rede vom Apostrophen, dem Auslassungszeichen. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Verdrängung, Abwendung, Vertreibung. Ausgelassen werden können ein oder mehrere Buchstaben sowie ganze Silben.

Sein verschwenderischer Einsatz in falscher Form nimmt beachtliche Ausmaße an und verlieh ihm den unrühmlichen Namen Deppenapostroph. Oft ist auch von Apostrophitis oder Apostrophenwahn die Rede. Dabei ist es gar nicht so schwer, ihn standesgemäß und richtig einzusetzen. Also sei kein Depp und lies weiter! 😉

Typografisch korrekt ist einzig und allein das Zeichen, das einer 9 mit gefüllter Punze (Innenfläche eines Buchstabens) ähnelt. In serifenlosen Schriften kann die Form ein wenig abweichen. Hier sieht er eher aus wie ein nach rechts geneigter, oben etwas dickerer Strich. Weder das einfache schließende Anführungszeichen, noch ein Akzent sind hier die korrekte Wahl. Das richtige Zeichen erreicht man mit der Tastenkombination Alt + 0146 (Windows).

apostroph_richtig
Unterschiedliche Schriften, aber dennoch korrekt:  So (und nur so!) sehen richtige Apostrophen aus.

Häufig sieht man es falsch:

  • Handy’s
  • LKW’s
  • CD’s
  • PC’s
  • Info’s

Weg mit dem Apostrophen! Er hat im Plural nichts zu suchen.

Beim Genitiv ist er (zumindest im Deutschen) ebenfalls fehl am Platz.
Falsch:

  • Jogi’s Jungs
  • Abel’s Bruder
  • Peterchen’s Mondfahrt

Ausnahmen sind beispielsweise englische Begriffe (Pete’s Pub) oder zum Zweck der Unterscheidung (Andreas Autowerkstatt – Andreas’ Autowerkstatt).

Seine einzige Bestimmung ist die Auslassung:
Er ersetzt fehlende Buchstaben und wird ohne Wortzwischenraum an die angrenzenden Buchstaben gesetzt. Richtig: Los geht’s!

Sehr gebräuchliche Auslassungen werden ohne ihn verwendet.
Zum Beispiel:

  • zum (zu dem)
  • beim (bei dem)
  • im (in dem)
  • vom (von dem)
  • am (an dem)
  • ins (in das)
  • ums (um das)

Korrekt sind auch folgende Verwendungen:

  • Heute ist’s kalt.
  • D’dorf und Ku’damm
  • Hast du mal ’ne Kippe?

Das Thema Apostroph ist sehr weitläufig. Wunderbare Beispiele von Apostrophen-Katastrophen findet Ihr übrigens auch auf Deppenapostroph.info.

Und: Gehe niemals mittwoch’s um’s Haus, um dort im Garten die von den LKW’s gefallenen Handy’s und PC’s zu vergraben! 😉

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