[nk] Jeder, der in einer etwas größeren Firma arbeitet, kennt diese Mails: „Aufgrund von Systemarbeiten ist der Server von XX bis XX Uhr nicht erreichbar!“. Downtimes von Servern sind nicht nur nervig, sie können auch teuer werden, wenn sie unerwartet auftreten. Durch sogenannte virtuelle Maschinen lässt sich dies vermeiden bzw. besser kontrollieren und regulieren.

Was sind virtuelle Maschinen?

Simpel betrachtet ist eine virtuelle Maschine nichts anderes als eine Software, die vorgibt, ein eigener physischer Server zu sein. Der Vorteil: Auf einem physischen Server können gleich mehrere dieser virtuellen Maschinen installiert werden. Sie teilen sich Rechenleistung und Speicherplatz des Servers, ganz unabhängig vom jeweiligen Betriebssystem. So können bespielsweise Backups schneller und einfacher erstellt werden. Außerdem ist man in Punkto Hardware flexibler. Ist diese veraltet oder kann die gestellten Anforderungen nicht mehr erfüllen, können die virtuellen Maschinen schnell auf eine neue Hardware kopiert werden. Zudem spart man natürlich auch Platz und Stromkosten, die mehrere einzelne Server verursachen würden.

Was aber, wenn dieser eine Server mit allen virtuellen Maschinen darauf ausfällt?

Das ist natürlich nie ganz ausgeschlossen. Zwar lässt sich der Server mit Monitoring-Software überwachen, verhindern kann diese einen Ausfall aber nicht. Auch das Installieren von Updates oder Neustarts kann Downtimes verursachen.

Wie lässt sich das verhindern?

Vorhersehbare Downtimes (wie oben genannt) kann man zwar planen, z. B. Installationen außerhalb der Arbeitszeiten durchführen, dennoch kostet es in diesem Fall zusätzliche Arbeitszeit. Um die Verfügbarkeit des Servers so gut es geht zu gewährleisten, kann man sogenannte HA-Cluster (engl. High-Availability-Cluster) – also Hochverfügbarkeits-Cluster – verwenden.

Ein Cluster ist ein Rechnerverbund, der mehrere Rechner/Server vereint, die untereinander vernetzt sind. Fällt ein Server aus, egal ob geplant oder ungeplant, springt sofort ein anderer Server im Cluster ein und übernimmt die Arbeit.

Wie merkt ein Server, dass der andere ausgefallen ist?

Die Server im Cluster tauschen ständig ein Signal untereinander aus, quasi eine Art Herzschlag, genannt Heartbeat.

virtueller_server_ok

Verstummt das Signal, greift der Cluster-Manager ein und sorgt dafür, dass ein anderer Server einspringt.

virtueller_server_ausfall

Dienste, die vorher auf dem ausgefallenen Server liefen, werden nun auf den eingesprungenen Server migriert – das Zweitsystem übernimmt nun die Aufgaben des Primärsystems.

virtueller_server_ersatz

Tritt dies ein, merkt der User im besten Fall von diesem Wechsel gar nichts.

Das alles hat sicher auch seinen Preis?

Günstig ist es nicht. Dafür kann man unter Nutzung eines HA-Clusters die Wahrscheinlichkeit eines kompletten Systemausfalls als sehr gering ansehen. Der Kosten-Nutzen-Faktor sollte natürlich immer eine Rolle spielen. Es kommt dann auf die unternehmenskritischen Daten und Anwendungen an, die von einem Server abhängig sind und welche Kosten ihre Nichterreichbarkeit verursachen würde. Man überlege sich nur, was beispielsweise ein Komplettausfall der Systeme bei Amazon bedeuten würde. Je nachdem wie lange er anhält, wären die hier entstehenden Kosten nicht nur für die Plattform, sondern auch für deren Händler katastrophal.

Auch bei GM-W nutzen wir solche Cluster. Zwar arbeiten wir in anderen Dimensionen als Amazon, wollen aber genauso Schäden an unseren Daten und vor allem an denen unserer Kunden bestmöglich verhindern. Denn auch bei uns wären ungeplante Downtimes alles andere als halb so wild. Was wäre, wenn z. B. ein Kunde alle Daten für seinen geplanten Messestand nicht bekäme, nur weil wir aufgrund eines Ausfalls nicht liefern könnten? Keine Imagebroschüre, keine Animation, kein Flyer für DAS neue Produkt, was hier eigentlich hätte vermarktet werden sollen? Das alles würde ihn (und auch uns) gar nicht gut dastehen und sehr unprofessionell wirken lassen. Ganz abgesehen von möglichen Umsatzverlusten, die durch die verhinderte Vermarktung entstehen können.

Das ist nur eins von vielen Szenarien, die wir verhindern möchten, um als zuverlässiger Partner für unsere Kunden verfügbar sein zu können. Die Verwendung von HA-Clustern kann sich also durchaus lohnen, wenn man die Kosten dafür und die Kosten für einen solchen „Was-wäre-wenn“-Fall einmal gegenüberstellt.

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